Jizo gehört zu den beliebtesten japanischen Gottheiten. Er ist der einzige Bodhisattva in Japan, der als Mönch bildlich dargestellt wird. Jizo-Statuen findet man in Japan überall auf den Friedhöfen. Sie sind Wächter und Helfer der ungeborenen oder totgeborenen Babys.

In Japan gibt es den Glauben, dass Kinder, die vorzeitig sterben, in der Unterwelt, zur Bestrafung für den großen Kummer, den sie ihren Eltern bereiten, im trockenen Bett des Seelenflusses kleine Steinhaufen errichten müssen, ständig bedroht durch einen Dämon der Unterwelt, der sie schlägt und immer wieder ihre Steine verstreut. Jizo kommt ihnen zu Hilfe. Wegen dieser Überlieferung werden Kinder, die vorzeitig sterben, in Japan auch Wasserkinder oder “mizuko Kinder” genannt und die traurigen Eltern beten zu “Mizuko Jizo” damit er ihnen hilft. Bis heute findet man kleine Steinhaufen um Jizo-Statuen, da viele glauben, dass jeder Stein hilft, die Zeit zu verkürzen, die ein Kind in der Unterwelt leidet.

Häufig tragen Jizo-Statuen auch winzige Kleider. Sie werden von trauernden Müttern gebracht in der Hoffnung, dass der freundliche Gott besonders ihr Kind beschützt. Ein kleiner Hut oder ein Kinderlatz ist häufig das Geschenk eines glücklichen Elternteils, dessen Kind von einer gefährlichen Krankheit dank der Hilfe Jizos geheilt worden ist.

Obwohl indischen Ursprungs, wird Jizo in Japan, Korea und China weit mehr verehrt. In China wurde er bereits im 5. Jahrhundert angebetet und noch davor wird er im indischen Mahavaipulya Sutra erwähnt, in dem er dem historischen Buddha zur Zeit seines Todes erscheint. Jizo ist ein Bodhisattva (oder Bosatsu), der erleuchtet ist, aber nicht eher ins Nirvana gehen will, bis alle erlöst sind. Neben dem “Mizuko Jizo” gibt es noch eine Reihe weiterer Jizos, die in Japan verehrt werden. Oft werden Jizo-Statuen als Sechsergruppe dargestellt.

Rund 70 Jizo-Statuen säumen den Weg am Daiya-Fluss in Nikko. Sie werden Geisterstatuen (Bakejizo) genannt, da ihre Anzahl ständig zu schwanken scheint.